Morgenstimmung am Ammersee – der Nebel liegt über dem Wasser und die Sonne steigt langsam den Himmel hinauf. Am Ufer stehen ein paar Boote und in der Werft ist ein leises Hämmern zu hören. So stellt sich wohl ein Laie die Arbeit eines Bootsbauers vor: Werkeln direkt bei der Idylle des Sees. Doch ist der Traumjob Bootsbauer nur eine romantische Vorstellung oder ist es wirklich so schön? Der 28-jährige Bootsbauer Jonas Ortner kann sich jedenfalls keinen anderen Beruf vorstellen. Er gibt einen Einblick in seinen Berufsalltag bei Boat Solutions.

Ammersee-Idylle am Arbeitsplatz, Foto: Jonas Ortner | Boat Solutions
Ammersee-Idylle am Arbeitsplatz, Foto: Jonas Ortner

Vom Interesse an Booten zur Ausbildung zum Bootsbauer

Wasser, Wind und Boote haben Jonas Ortner schon immer begeistert. Als er sich fragte, wie Boote hergestellt werden, stieß er auf den Beruf des Bootsbauers. Nach einigen Praktika folgte die 3,5 Jahre lange Ausbildung zum Bootsbauer. Die Ausbildung beinhaltete sowohl praktische Aufgaben im Betrieb als auch theoretischen Unterricht an einer Berufsschule in Travemünde an der Ostsee. Dabei belief sich der theoretische Teil der auf insgesamt zehn Blöcke mit je vier Wochen Unterricht. Jonas Ortner gab die Ausbildung zum Bootsbauer einen Überblick über die verschiedenen Arbeitsbereiche.

Bootsbauer Jonas Ortner erzählt von seinem Berufsalltag, Foto: Jonas Ortner | Boat Solutions
Bootsbauer Jonas Ortner erzählt von seinem Berufsalltag, Foto: Jonas Ortner

Vielseitigkeit und Voraussetzungen

Nur Boote reparieren? Fehlanzeige! Reparieren, restaurieren, pflegen, umbauen, ergänzen und ausstatten sind die Tätigkeiten eines Bootsbauers – und das mit unterschiedlichen Materialien wie Holz, Kunststoffe, Harze, Öle und Textilien. Hinzu kommt der Umgang mit technischen Geräten, Elektronik und Motoren. Der Beruf des Bootsbauers ist vielseitig und anspruchsvoll. Wer Bootsbauer werden will, sollte handwerkliches Geschick, technisches Verständnis, Genauigkeit, Sorgfalt, räumliches Vorstellungsvermögen und Teamfähigkeit mitbringen. Wem genau das liegt und auch noch Wasser liebt, der ist in einer Werft richtig.

Weiterbildung und Aufstiegsmöglichkeiten für Bootsbauer

Doch bei der Vielseitigkeit reichte die Zeit der Ausbildung kaum, um tiefergehende Einblicke in einzelne Fachrichtungen zu erhalten. Deshalb entwickelt sich Jonas Ortner auch nach seiner Ausbildung noch weiter. Er übernimmt Verantwortung im Betrieb mit größeren Aufgaben. Unter anderem leitet er gemeinsam mit einem Kollegen die Werkstatt. Darüber hinaus ist es sein Ziel, Bootsbaumeister zu werden. Dazu fehlen ihm lediglich noch einige Meisterprüfungen.

Der Alltag – falls es einen gibt …

Doch wie ist er denn nun, der Alltag eines Bootsbauers? Jonas Ortner beschreibt einen Tag in seinem Bootsbauer-Leben wie folgt:

6.00 Uhr: Wecker klingelt
Aufstehen, frühstücken, waschen, anschließend wird in die nach Lösemitteln, Harz und Holz riechende Arbeitskleidung geschlüpft.

7.30 Uhr: Auf zur Arbeit
Raus aus dem Haus am See entlang zur Werft.

8.00 Uhr: Arbeitsbeginn
Begrüßung, Besprechung und Aufteilung der Mitarbeiter auf verschiedene Projekte und Tätigkeiten. Anschließend folgt meist die Fortführung der Arbeit vom Vortag. Zum Beispiel: Die Schraubzwingen von dem verklebten, extra zugeschnittenen Holz für eine Ruderpinne eines Wanderdrachen lösen und einen Arbeitsplatz zur weiteren Bearbeitung des Ruderpinnenrohlings herrichten. Ein fester Termin folgt, um das Boot eines langjährigen Kunden zu Wasser zu bringen. Mit Hilfe eines Kollegen wird der Mast des Segelbootes gestellt, das Rigg komplett getrimmt und die Segel angeschlagen, um anschließend den glücklichen Kunden auf seinem Segelboot zu Wasser zu lassen. Im Büro hat sich mittlerweile schon eine Spedition angekündigt, deren LKW eine Ladung neuer Motorboote beträgt. Mit Hilfe eines Kollegen und dem Gabelstapler werden die neu gelieferten Motorboote am Lagerplatz abgeladen, kontrolliert und verstaut.

Bootsbauer Jonas Ortner gibt dem Boot die passende Form, Foto: Jonas Ortner | Boat Solutions
Bootsbauer Jonas Ortner gibt dem Boot die passende Form, Foto: Jonas Ortner

12.00 Uhr: Mittagspause
In der Pause wird gegessen, sich mit den Kollegen ausgetauscht und unterhalten und ein wenig ausgeruht, um mit aufgetankter Energie in den Nachmittag zu starten.

13:00 Uhr: Weiterarbeit
Nachdem gerade kein weiterer Termin ansteht, wird an der Ruderpinne weitergearbeitet. Der Rohling wird mit verschiedenen Hobeln, Säge und Schleifpapier in Form gebracht. Am Nachmittag hat sich ein weiterer Kunde mit seinem Boot angekündigt, allerdings ist hier eine ausführliche Motorwartung mit Ölwechsel an seinem Einbaumotor notwendig. Diese Arbeit sollte sich noch bis Arbeitsende ziehen, doch nur kurze Zeit darauf, ein Notfall! Ein Segelboot ist auf Grund gelaufen und steckt nun fest. Mit dem Arbeitskahn wird zu Hilfe geeilt, um das Segelboot an einer langen Leine wieder ins tiefere Wasser zu ziehen. Wieder zurück in der Werft wird noch über die nächsten Arbeitsschritte des nächsten Tages (Lackieren der Außenhaut eines Holzbootes) gesprochen.

Ein Segelboot wird ins tiefere Wasser gezogen, Foto: Jonas Ortner | Boat Solutions
Ein Segelboot wird ins tiefere Wasser gezogen, Foto: Jonas Ortner

17:00 Uhr. Endlich Feierabend!
Ein anstrengender vielseitiger Arbeitstag ist zu Ende. Auf dem Nachhauseweg werden noch die letzten Sonnenstrahlen genossen. Nach einem ausgiebigen Abendessen folgt meist nur noch das Zubettgehen.

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